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Haldern Pop Festival 2004 (05.08.2004) - Vorbericht

The Very Best of… Haldern

Vorbericht: Haldern Pop Festival 2004

Festival Haldern Pop Festival 2004
Ort Reitplatz, Haldern
Datum 05.08.2004 - 07.08.2004

Zum 21. Mal treffen sich in diesem Jahr die Freunde der Geselligkeit auf dem Halderner Reitplatz. Trotz der Eine-Bühne-Politik und des Verzichts auf amerikanische New Metal-Headliner á la Linkin Park gehört das kleine Festival am Niederrhein (5.000 Besucher) zu den beliebtesten Veranstaltungen des Sommers. Die Gäste kommen aus aller Welt. Für den einheimischen Festivalgänger gilt: Viele alte Bekannte wird man treffen, sowohl auf dem Festivalgelände, als auch in diesem Jahr auf der Bühne. Ein „Best Of“ Haldern ist es dennoch nicht ganz geworden. Obwohl es im Lindendorf zur Tradition gehört, sich von allem ein bisschen anzuschauen, wagen wir im Folgenden einen Überblick über das, was uns in diesem Jahr erwartet, was sich in jedem Fall und was sich nur bedingt lohnt. Hier also eine 100% subjektive Einschätzung eines langjährigen Haldern Stammgastes. JUST-Redakteur Marius bewertet von eher schwach bis göttlich:

Starsailor
Wer kennt sie nicht? Die schlechteren Coldplay. Als sie vor ihrem Durchbruch nach Haldern kamen, war es ja noch irgendwie cool, dass sie wenige Monate später in den Charts standen. In diesem Jahr stören sie einfach nur zwischen so großartigen Acts wie dEUS und Adam Green.

Amphibic
Das erste richtige Album auf Haldern Pop wird von dieser Band kommen. Deshalb wohl auch die Opener Position auf dem diesjährigen Festival. Ihr Auftritt in der Halderner Dorfkneipe Tepferdt, Ende letzten Jahres war wenig überzeugend.

Keane
Als ob Starsailor nicht schon genug wären, werden am Samstag auch noch Keane die Bühne entern. Die Idee, die Gitarre durch ein Klavier zu ersetzen, ist ja nicht schlecht, aber das Ergebnis völlig überschätzt. Dennoch: Wer wegen Starsailor nach Haldern kommt, darf Keane nicht verpassen, und die Taschentücher nicht vergessen.

Paul Weller
Zum dritten Mal nun am Niederrhein, wenn man den Akustikgig im Reeser Bürgerhaus mal mitzählt. Ich plädiere dafür ihm einen Dauer V.I.P. Ausweis für die nächsten 20 Jahre zu schenken, unter der Bedingung, auf eine aktive Teilnahme am Festival zu verzichten. Den älteren Gästen wird es aber wohl dennoch ein Fest.

HAL
Das Quartett aus Dublin klingt, als wenn die Thrills ihren Beach Boys-Einfluss verloren hätten. Zu hören gab es bisher nur die Single Worry About The Wind. Ob die Stimme Dave Allens' nicht auf Albumlänge nervtötend wirkt, bleibt abzuwarten.

Kings of Leon
Offensichtlicher kann man Retro nicht zelebrieren. Eine Mischung aus den Stones und den Ramones, das alles mit mittlerweile wieder hippen Frisuren und einer Flasche Bourbon auf der Bühne. So oder ähnlich wird es ablaufen, wenn die Kings of Leon auf der Bühne stehen. Ihre Musik macht sich sehr gut auf dem Soundtrack zum neuen Fifa Spiel, aber ist es dann überhaupt noch ernst zu nehmen? Visuell als auch musikalisch zu weit zurück!

The Bees
Der Sound der Bees klingt alt, allerdings ohne dass wieder jeder Retro schreit. Eine Tatsache die wohl darauf zurückzuführen ist, dass sie auf der Isle of Wight ein Analog-Studio betreiben. Ob sie ihren Charme auch Live rüberbringen können?

The Zutons
Statt im letzten Jahr The Coral, kommen in diesem Jahr The Zutons. Wo man sich im letzten Jahr dem Trend verweigerte, steht man in diesem Jahr als erster in der Schlange. Warum? Die Zutons sind ja nicht schlecht, aber The Coral sind besser.

Gisli
Aus der innovativen Musikszene Reykjaviks kommt dieser Sprössling. Rein lyrisch dürfte er sich wunderbar mit Adam Green verstehen. Die Musik enthält sowohl Hip Hop, als auch Rock Elemente. Trotzdem klingt Gisli nicht wie die Guano Apes. Wieso nicht? Ääähm… weil sein Gesang an J.Mascis erinnert und seine Songs nicht alle gleich klingen.

The Divine Comedy
Bei ihrem letzten Auftritt in Haldern bin ich beinahe eingeschlafen. Die Arrangements dieser Band ließen den Spannungsbogen zu einer Geraden werden. Die neue Platte ist allerdings ein Quantensprung. Das Orchester vom Album wird Live ebenfalls dabei sein und garantiert dafür, dass die leicht kitschige und glamouröse Atmosphäre auch auf der Bühne funktioniert.

Simple Kid
Akustikgitarre meets Drummachine meets verstörende Effekte. Gab's das nicht schonmal? Richtig. Simple Kids Songwriting erinnert tatsächlich an Beck, und wenn man den Gerüchten glauben darf, kommt dieser Ir(r)e komplett ohne Band aus.

The Soundtrack Of Our Lives
Schon im Jahre '99 auf dem Reitplatz anwesend, wartete man nicht nur in Haldern auf eine Rückkehr. Die neue Platte ist in den Startlöchern und die Mönchskutte von Sänger Lundberg bereits ausgepackt. Wer sie vor fünf Jahren gesehen hat, weiß was einen erwartet.

Patrick Wolf
Der junge Patrick Wolf hat in seinem Leben schon viel gesehen und viel gemacht. Seit jeher sammelt er jedes Instrument, das ihm irgendwie unter die Finger kommt. Durch seine neueste Errungenschaft — einen Laptop — bekommt seine folkloristische Musik eine elektronische Note. Live wird das mit Sicherheit interessant.

I Am Kloot
Nach dem fantastischen Debütalbum Natural History folgte im letzten Jahr der selbstbetitelte Zweitling. Dieser kann an das Niveau der ersten Platte leider nicht ganz anknüpfen, doch wer die drei Jungs aus Manchester auf ihrer Tour erlebt hat, weiß, dass in ihrem Set glücklicherweise kein Hit vom ersten Album fehlt.

Adam Green
Neulich gab's an gleicher Stelle einen Konzertbericht über den schlafwandelnden New Yorker. Bei ihm werden die Mädels nach vorne drängen und die Jungs vor'm Bierstand heimlich mitsingen.

Ghinzu
Ihr Auftritt wird einschlagen wie eine Atombombe. Das neueste Werk heißt Blow und ist der beste belgische Exportartikel seit The Ideal Crash (dEUS) und Much Against Everyone's Advice (Soulwax) . Diese Band macht alles, was man mit Instrumenten machen kann und verliert dabei niemals den guten Popsong aus den Augen.

dEUS
Ganz Indie-Belgien wartet seit über zwei Jahren auf das nächste dEUS Konzert und die bisher einzige Bestätigung kann das Haldern Festival verbuchen. Der Zeltplatz wird wohl mit Jupiler Dosen überseht sein, wenn die Aufräumtrupps am Sonntag anrücken, denn immerhin sind dEUS in diesem Jahr nicht der einzige belgische Act. Diese Antwerpener Band ist der heimliche Headliner des Festivals. Und was soll man dazu noch sagen außer: HINGEHEN, ZUHÖREN, STAUNEN!!!

Wer dieser subjektiven Einschätzung zu Recht nicht trauen mag, folge bitte den Links auf www.haldern-pop.de und überzeuge sich selbst vom Sound der jeweiligen Künstler. Auf der liebevoll gestalteten Seite findet man außerdem viele Infos zu Festival und Label und ein Online-Kochbuch mit Rezepten vom Niederrhein. Die Karten für das Festival gibt es an allen bekannten VVK-Stellen für 44 Euro. In der Juli-Ausgabe von Justmag folgt dann ein Interview mit Stefan Reichmann, dem Spielführer des Raum 3 Teams, welches das Haldern Open-Air organisiert.

Marius Bubat



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