 Heart And Soul.
| Band |
Adam Green |
| Ort |
Kleines Theater (Recklinghausen) |
| Datum |
26.05.2004 |
|
Es war ein Abend der großen Gefühle, keine Frage. Wer schon einmal in den Genuss kam, den charmanten New Yorker plus Band live zu erleben, weiß um die zur Schau(?) gestellte Lethargie aller Beteiligten auf der Bühne. Nicht umsonst benannte der mittlerweile 23-jährige sein Debütalbum nach der wohl berühmtesten Katze aller Zeiten: Let me introduce you to the man mit dem wohl trägsten Augenaufschlag seit Garfield, der mit seiner kleinen aber feinen Band im Rahmen der Ruhrfestspiele im Kleinen Theater des imposanten Recklinghausener Festspielhauses gastierte. Endlich einmal eine Location, die dem edlen Sound des überraschend erfolgreichen Zweitlings Friends Of Mine des Ex-Moldy Peaches Sängers Respekt zollt.
Die Stimmung war dementsprechend gedämpft als „Hi! I'm Joe from The Hidden Cameras“ lediglich mit einer Gitarre bestückt die geräumige Bühne des fast ausverkauften Theatersaals betrat und sein charmant kurzes Set zum besten gab. Unterbrochen wurde die andächtige Stimmung lediglich durch das Anschließen der Gitarre an den Verstärker und den aufbrausenden relativ begeisterten Applaus nach Songende seitens des Publikums. In überfüllten Indie-Kaschemmen dürfte es Joe mit seinem puristisch gehaltenem Konzept eher schwierig gehabt haben.
Nach kurzer Umbauphase eröffnete Adam Green dann mit seiner 4-köpfigen Band sein ca. 1 ¼ stündiges Konzert. Auch an diesem Abend verzichtete man auf die auf dem Album verwendeten Streicher, die live allerdings kongenial durch die Orgel ersetzt wurden. Gespielt wurde so ziemlich alles vom ersten als auch vom zweiten Album und sogar die unterproduzierten Songs vom Debüt erstrahlten durch den glasklaren Sound im Kleinen Theater im vollen Glanz. Und selbst die für das Theater naturgegebene Distanz zwischen Zuschauern und Akteuren wurde am Ende von zwei auf die Bühne stürmenden Fans aufgehoben, die sich nicht zu schade waren, die Lizenz zum Tanzen beim Meister höchstpersönlich abzuholen. Als dann endlich gegen Ende die ersten Takte vom vielleicht besten, vor allem aber tanzbarsten Adam Green Song Dance With Me erklangen, gab es für einen nicht geringen Teil des Publikums keinen Grund mehr, die Kapazität der Bühne nicht bis an die Grenze der Belastbarkeit auszureizen. Und selbst der sonst so gefasste New Yorker fiel endlich einmal aus seiner Rolle, denn wer ganz genau an den Tanzenden vorbei sah, konnte, wenn er Glück hatte, einen Blick auf einen vollkommen aufgelösten Adam Green erhaschen. Ein Anblick den man mit Sicherheit nicht häufig zu Gesicht bekommen wird.
Katja Peglow
Bilder-Galerie
|