 Stripped.
| Band |
PJ Harvey |
| Album |
Uh Huh Her |
| Plattenfirma |
Island /Def Jam |
| Bewertung |
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Juchu, PJ Harvey veröffentlicht ihr siebtes Studioalbum! Jetzt können die Brigitte und Amica wieder laut 'Frauenrock' jubeln und die Ausnahme-Künstlerin als „schwarze Madonna“ feiern, so wie einst bei ihrem letzten immens erfolgreichem Vorgängerwerk Stories From The City, Stories From The Sea geschehen. Konsens muss nicht zwangsläufig gut sein, und es ist ja schon längst kein Geheimnis mehr, dass sich auf PJ Harvey sowohl Mainstream als auch Untergrund einigen können.
Ob sich die Geschichte mit Uh Huh Her wiederholt, bleibt abzuwarten. Um es direkt vorweg zu nehmen, das neueste Meisterwerk ist mindestens genauso sperrig wie der Albumtitel. Dennoch ist Uh Huh Her keine 180° Drehung vom sehr poppig geratene Vorgänger, wie es einem diverse Musikmagazine bisher weismachen wollten. Vielmehr versteht sich Uh Huh Her als konsequente Weiterführung von Stories From The City, Stories From The Sea, nur eben ohne dessen Pop-Appeal und mit mehr Tiefgang. Unterwarf die mittlerweile 34-jährige die Songs auf ihrem letzten Album einer strengen Reduktion, um eben nichts als den schlichten 'Song' in den Mittelpunkt zu stellen, so treibt sie ihr Konzept diesmal auf die Spitze und skelletiert ihre Lieder förmlich. Hier ein knarzender Bass, dort eine peitschende Gitarre, die sich mit sparsam eingesetzten Percussions mischen und von Harveys schleppendem Gesang getragen werden. Überhaupt der Gesang…Die ungeschminkte Stimme Polly Jeans bohrt sich immer noch in das Bewusstsein wenn sie Zeilen wie „Shame is the shadow of love“ (aus Shame) singt und dabei wie kaum eine andere Atmosphären in deinem Kopf zu schaffen vermag, die dich vorm Einschlafen abhalten. Kein Wunder, dass die rauhen ungeschliffenen Songs sofort an das von Steve Albini produzierte Zweitwerk Rid Of Me erinnert, ohne es jedoch zu kopieren.
Mit Uh Huh Her hat PJ Harvey 14 eigenständige, nicht eingängige Songs geschaffen, die ihre spröde Schönheit erst nach mehrmaligem Hören entfalten. Ob diese unbequemen Anti-Songs die Charts erobern ist fraglich, aber kommerzieller Erfolg dürfte ihr mit Uh Huh Her sowieso nicht im Sinn liegen. Keine Frage: Mit diesem Album schickt sich PJ Harvey an, die neue Patti Smith zu werden. Die passende Frisur hat sie jetzt ja bereits und Songs sowieso.
Fazit: Wem Stories From The City, Stories From The Sea zu seicht war, wird an Uh Huh Her Gefallen finden, vor allem eingefleischte Fans werden sich der Herausforderung bereitwillig stellen. Wer mit dem Output der schmächtigen Engländerin bisher nichts anfangen konnte, wird an Uh Huh Her alles, nur keine Freude finden. Allen anderen sei das Werk aber wärmstens empfohlen.
Fazit Sebastian: Man kann auch reduziert Radau machen. (7/9)
Fazit Annemarie: Schwierig, aber es lohnt sich. PJ Harvey in düster ist fast so gut wie PJ Harvey in Pop. (7/9)
Fazit Marius: Auf den ersten Schock folgt eine tiefe Verneigung. Diese Platte reift mit jedem Durchlauf und ein Ende ist nicht in Sicht. (8/9)
Katja Peglow
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