 About a Boy.
| Band |
Roman Fischer |
| Album |
Bigger Than Now |
| Plattenfirma |
Blickpunkt-Pop |
| Bewertung |
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Ein Nachmittag wie jeder in meiner Wohnung. Die (damalige) neue Ausgabe der SPEX liegt in meinem Briefkasten, die ich mir sofort greife und noch während des langen und beschwerlichen Marsches durchs Treppenhaus (drei Stockwerke!) hastig überfliege. Mein Blick verweilt kurz auf der aktuellen Tracklist der beiliegenden CD, genauer gesagt auf dem Namen eines mir damals noch völlig unbekannten Interpreten, der da Roman Fischer heißt. Eine Name, denke ich mir, mit dem man nicht unbedingt berühmt wird. Oben endlich angekommen lege ich die CD in meine Anlage und freue mich über das seit langer Zeit erste Lebenszeichen von Sophia und wundere mich über den darauf folgenden, fast noch besseren Song. Toll, denke ich mir, bestimmt wieder so ein neuer Songwriter aus England. Ein Blick auf die Tracklist lehrt mich Demut: Roman Fischer, ein Name, denke ich mir, den man sich merken sollte.
Mittlerweile ist Roman Fischer kein so unbeschriebenes Blatt mehr und tourte unter anderem bereits mit Tomte und wurde für das wohl beste Festival dieses Jahr gebucht (Immergut), und das wohlgemerkt lange bevor er einen einzigen Ton auf Platte veröffentlicht hat! In diesen Tagen erscheint jetzt endlich das Debüt des jungen Augsburgers, der tatsächlich erst vom Jahrgang 1985 ist, nach längerem Vertriebschaos via Soulfood in jedem gutsortierten Plattenladen.
Zehn Songs in bester Singer-Songwritermanier. Sehr unprätentiös und sehr schön zugleich. Und endlich mal wieder unpeinlicher Falsetto-Gesang, der natürlich Maximilian Hecker Vergleiche provoziert, obwohl er mit diesem musikalisch nur den häufigeren Gebrauch der Kopfstimme gemeinsam hat. Inhaltlich singt Roman Fischer, der übrigens Bigger Than Now komplett selbst geschrieben und eingespielt hat, über all das, was ihm in seiner jungen Adoleszens wiederfahren ist. Zum Beispiel über die beste Freundin, die sich nach dem Austauschjahr entfremdet hat (You've Changed), über das den-Kopf-nicht-hängen-lassen-Gefühl (Over Now) und über dass wohl wichtigste Thema der Welt natürlich: die Liebe (eigentlich alle Lieder). Der Hit What You're Gonna Do ist übrigens der einzige Up-Tempo Song auf dem ansonsten eher ruhig gehaltenem Album, der auch schon die besagte SPEX-CD zieren durfte. Der Song brennt sich nicht nur wegen seiner kaum entziehbaren Catchyness in deinen Gehörhang, sondern vor allem auch wegen dieser einen unglaublichen Textzeile:„Are You Tired Of/ Running After Love/ For Years?“. Ganz schön abgeklärt für einen 18-jährigen, oder?
Fazit: Größer als jetzt. Kein allzu schwieriges Unterfangen mit diesem gelungenem Debüt. Und die The-Next-Big-Maxi Rufe vergessen wir mal ganz schnell wieder.
Katja Peglow
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