 Trendsport: Fremdschämen.
Da sitze ich zu Hause und werde rot.
Neulich bei Wetten Dass?: Vor Thomas Gottschalk kniet ein Doktor, im Mund einen Tischtennisball, um ihn zweihundert Mal an die Wand zu spucken. Gottschalk betrachtet eine Weile das Bild des knienden Doktoren und sagt dann zu Cate Blanchett: „Dein Mund ist ja so groß, da passen bestimmt zwei Bälle rein.“ Während Blanchett konsterniert an ihre Ohrenstöpsel fasst, plappert Gottschalk weiter, hat schon vergessen, was er da eben gesagt hat. Plötzlich kommt es, dieses hässliche Gefühl. Blut schießt ins Gesicht, heiß sticht es in den Oberarm, es schüttelt einen von innen heraus. Jemand blamiert sich und begreift es nicht.
Gottschalk setzt fort. Zurück auf der Couch redet er mit Blanchett über ihren kürzlich gewonnen Oscar. Unvermittelt fragt er Mariah Carey, die direkt neben ihm sitzt: „Du hast ja auch mal als Schauspielerin gearbeitet. Wie war das so für dich?“. Careys Lächeln entgleist nur Sekundenbruchteile. Doch es genügt, um Glitter — Glanz eines Stars in Erinnerung zu rufen. Den Film, der sie damals in die Nervenheilanstalt gebracht hat, das cineastische Fiasko, welches für das Ende ihrer Karriere verantwortlich war. Das Perfide an dieser Situation: Man beobachtet die grundunsympathische Mariah Carey beim Herauswinden aus einem Zustand, der ihr nicht nur peinlich ist, sondern vielmehr eine eklatante Überschreitung stillschweigend vereinbarter Grenzen darstellt. Careys Film ist Careys großes Waterloo. Sie hat sich in Glitter lächerlich gemacht und nun muss sie diese Blamage vor 14 Millionen Menschen gefasst in SmallTalkWorte kleiden. Man schämt sich. Für Gottschalk (der später Bill Murray als Jim Murray bezeichnen wird), dass der solche Fragen stellt, schämt sich für die Ahnungslosigkeit eines Moderators, dessen Haare weiß statt blond sind, der verzweifelt Jung-und-unangepasst bleiben will, es aber schon längst nicht mehr ist. Man fühlt Careys Unwohlsein, über die schlimmste Zeit ihres Lebens zu sprechen, sieht ihre Anstrengung, Haltung zu bewahren und fühlt sich peinlich berührt. Schämt sich fremd. Und schaut weiter zu.
Fremdschämen, das virtuelle schlechte Gewissen. Das „Oh mein Gott, wie kann er nur?“, das stille Beobachten der Selbstdemontage eines Menschen, der Verlust von Würde in einer Situation, die überfordert. Wie beim Vorbeifahren an einer Unfallstelle auf der Autobahn kann man nicht weggucken. Fremdschämen, das Erröten über Peinlichkeiten anderer. Das sind die Scorpions, die in bunten Leggings vor dem Kanzler singen. Bono mit Wespensonnenbrille. Robert Atzhorn als Tatort-Kommissar. Claudia Roth, die als Rockerin verkleidet in der 70er Show über Ton Steine Scherben spricht. Das ist der Typ, der in der Einkaufsmeile Blowing In The Wind singt. Jemand, der seine verbleibenden Haare über die Halbglatze kämmt, jemand, dem Spinat zwischen den Zähnen klemmt und der dennoch lacht.
Doch Fremdschämen als Trendsport? Jeder, der Christian Ulmens Mein neuer Freund gesehen hat, weiß, was gemeint ist. Eine Kandidatin muss ein Wochenende mit Ulmen verbringen, der in verschiedenen Charakteren an Peinlichkeitsgrenzen geht. Beschämende Situationen sind dabei der Normalzustand. Das Neue an der Show ist das Wissen der Kandidatin um die Peinlichkeit und der aus der Gier geborene Widerwillen, dagegen einzuschreiten.
Ein Beispiel. Christian Ulmen als reicher Adliger mit den Eltern der Kandidatin beim Essen. Ulmen sagt: „Alle Arbeitlose sind faul und dumm“. Kurz zuvor haben wir erfahren, dass der etwa 50-jährige Vater der Kandidatin kürzlich seine Arbeit verloren hat. Hilflos blickt er auf seine Tochter, schweigt, zeigt keine Spur von Gegenwehr. Die Tochter weiß um die zehntausend Euro, die sie gewinnen wird, wenn sie noch ein paar Minuten durchhält. Sie erwidert die Blicke ihres Vaters, bittet (ebenso) schweigend um Vergebung. Dieses Wegducken, dieses Kopfeinziehen ist demütigend. Vater, Tochter, selbst Ulmen wissen das. Doch anstatt dass der Vater aufsteht und Ulmen nach Strich und Faden vermöbelt oder dass die Tochter das Spiel mit den Worten „Ich verzichte auf das Geld, weil dieses Gespräch einen Teil meines Lebens berührt, der nicht Teil einer Unterhaltungsshow werden soll“ beendet, machen alle weiter. Auch der Zuschauer. Er schämt sich für die Feigheit der Anderen, er schämt sich für seine Schwäche, nicht abschalten zu können.
Fremdschämen ist immer das, was man nicht tut. Es ist die Scham der Scham. Trotz besseren Wissens wenigstens eines der Beteiligten weiterzumachen. Jemanden weiter einer Situation auszuliefern, die ihn überfordert. Talkshowmoderatoren praktizieren das jeden Tag. Sie sind die widerwärtigsten Kreaturen überhaupt. Lächelnd oder bestürzt lächelnd oder angewidert lächeln führen sie Gäste vor, die keinerlei Ahnung von den Mechanismen des Fernsehens haben. Vertrauensselig überlassen die Gäste ihr Leben der Kamera. Sie haben keine Ahnung von ihrer Hilflosigkeit, werden benutzt im guten Glauben daran, dass man sie ernst nimmt. Jedes Wort ein Stich im Herzen der Gutmenschen.
Noch ein Beispiel? Jugenddisco, Durchschnittsalter vielleicht dreizehn Jahre. Der Bus fährt nur bis neun, deshalb holen Eltern ab. Sie kommen im Pulk, einer trägt ein altes Peter-Maffay-Shirt als Zeichen, dass auch er Musik mag. Peter Maffay! Die Eltern sammeln sich an der Bar, kaufen Bier und während im Hintergrund ein Scooter-Song läuft und die Tanzfläche leerfegt, beginnen die Elternfrauen ansatzweise zu tanzen. Weil sie glauben, dass Scooter die Musik dieser Generation ist. Ihr Tanzen ist ihr Peter-Maffay-Shirt, ihr Angebot zu sagen, „Wir möchten gerne zu dieser Welt gehören“. Doch sie gehören nicht dazu. Alle, die außerhalb des Pulks stehen, wissen das. Sie hoffen, dass die Eltern nicht auch noch die Tanzfläche betreten, dass die nicht noch mehr Peinliches machen. Die Jugenddisco schämt sich kollektiv und doch hat keiner den Mut hinzugehen und dem Elternpulk zu sagen „Ihr gehört nicht hierhin.“
Wer lange genug fremdschämt, wird zynisch. Kürzlich gab es bei eBay eine Blamage zu ersteigern: „Möchten SIE dieses Schamgefühl genießen, wenn am Tisch gefurzt und gerülpst wird und Einer den Anderen überbietet?“. Der Spiegel berichtete darüber, eBay löschte das Angebot. Kurz darauf startete der Anbieter eine neue Auktion.
Vielleicht gefällt Euch auch dieser Artikel:
Stefan Petermann
Kommentare
| Leser schrieb am 30.11.2008 um 12:15 Uhr: |
|
|
Sehr guter Text, so gut dass ihn Frau Prof. Dr. Gerti Senger in der Farbbeilage der Kronen Zeitung vom 30. Nov. 2008 in etwas abgeänderter Form als ihren abgedruckt hat.
Ich hab ihre (Sengers) Kommentare bisher immer geschätzt, dass sie „abschreibt“ wusste ich nicht.
lg
|
| Martin schrieb am 22.04.2008 um 10:02 Uhr: |
|
|
Sehr guter Artikel. Informativ, gute Beispiele und hat Spaß gemacht zu lesen. Du verwendest den Begriff Trendsport aufgrund der zunehmenden „Ausnutzung“ von Fremdschämen als Quotenfänger? Oder war das das vllt anders gemeint? Ich selbste schäme mich eigentlich nie fremd. Ich weiss aber auch mein eigenes Verhalten gut einzuschätzn und gebe glaube ich anderen recht selten den Grund sich für mich zu schämen. Ich kann Sendungen wie Comedy Street ganz locker mit einem grinsen schauen, ohne dabei ein unangnehmes Gefühl zu verspüren.
|
| da hörf schrieb am 24.11.2006 um 11:02 Uhr: |
|
|
Ich schäme mich hier mit bekki in einem kurs sitzen zu müssen.
|
| Jacques schrieb am 27.04.2006 um 19:02 Uhr: |
|
|
Hallo Möööp
Großes Lod an den Author! sehr gut gelungen!
Die Situation die du beschrieben hast kann nicht als Fremdschämen bezeichnet werden. Denn warst nicht du viel eher peinlich berührt das „Yasmin“ ausgerechnet auf dich zukam? Wenn es so war handelt es sich um eine ganz normale Art des Schämes. Wenn es dir persöhnlich egal war das sie auf dich zu kam oder das du sie kanntest könnte es auch eine abgewandelte Form des Fremdschämen gewesen sein! Stimmt ihr mir da zu? Oder habe ich eine flasche Auffassung?
Mfg
Jacques
|
| Möööp schrieb am 11.09.2005 um 17:02 Uhr: |
|
|
Hallo allerseits, zunächst ein Lob an den Autor des Artikels. Finde ihn gut gelungen. Mir selbst ist Fremdschämen nur zu gut bekannt und ich muss gestehen, dass ich es selbst öfters praktiziere.
An dieser Stelle möchte ich ein kleines Beispiel geben:
Gestern Abend, Weinfest, gegen 00:00 Uhr. Jung und alt stehen in lockerer Runde auf dem Festgeländer trinken gemütlich das ein oder andere Glas Wein, lustige Konversationen, NDW und sonstige Evergreen-Schlager dudeln. Ich hab es mir gerade mit ein paar Leuten in einer netten Runde gemütlich gemacht. Schon kommt das Unheil um die Ecke. Dieses Unheil heißt Yasmin, bekleidet mit einem Minirock, weißen Stöckelschuhen, einem Paliettenshirt mit mega Ausschnitt und Gold-Glitzer-Band in den Haaren. Geschätzte Promillewerte: 2,0. Sie stolpert und torkelt auf mich zu. Wahrscheinlich aus dem Grund das ich der einzigste Mensch in der Umgebung war, den sie wenigstens flüchtig kannte und jemanden zum festhalten brauchte. So kam sie also auf mich zu und ich schämte mich in Grund und Boden als sie sich lallend und total betrunken an meine Seite heftete und ich mich nur mit mühe auf den Beinen halten konnte… Diese Situation erregte natürliche öffentliche Belustigung und alle in unmittelbarer Nähe machten sich lustig über das kleine 15-jährige Mädel, das sternhagelvoll, angezogen als käme sie aus einem Bordell, an meinem Arm hing. Ich wollte nur noch in den Kragen meiner Jacke „Scotty, beam me up!“ rufen…
Also wenn man sich in einer solchen Situation nicht fremdschämt, dann weiß ich auch nicht mehr…
LG Möööp
|
| nebelfee schrieb am 09.06.2005 um 12:52 Uhr: |
|
|
hm, ich kann dir da nicht ganz zustimmen! klar, bei 'talk talk talk' werden die ohnehin wurstigen talkshows nochmal weiter verwurstet, aber ich finde man kann nicht wirklich den talkshows den (alleinigen) vorwurf machen, denn wenn die leute nicht so hohl wären, würden sie ja gar nicht erst hin gehen! wenn du dich darüber beschwerst, wundert mich das n bißchen, denn das ist so als würde man sich darüber beschweren, dass eine dame im minirock auf st.pauli dumm angemacht wird. klar, das ist scheiße für sie, aber warum steht sie denn da so leicht bekleidet? (ich weiß, dieser vergleich hinkt ein wenig, sorry) ich finde nur, dass talkshowgäste keine opfer sind. und ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass sie das so sehen. aber fremdschämen für talkshows und talkshowgäste liegt gaanz weit vorne! ;0)
|
| nebelfee schrieb am 07.06.2005 um 16:55 Uhr: |
|
|
ja, früher war alles besser! ich glaube über gottschalk ist genug gesagt worden, es wird zeit abzudanken tommy.
kurz wollte ich noch anmerken, dass raab den grimme-preis nicht für tv total oder seine hackfresse bekommen hat, sondern für ssdsgpsyzx- also halt für die idee der talentförderung abseits von „ich kann gut tanzen“ , „ich seh gut aus“ oder „ich kann gut mit dem bohlen p…“ und mit max ist doch was anständiges dabei herausgekommen!
was ich aber eigentlich sagen wollte: werden hier talkshow- gäste als gutmenschen dargestellt? das kann ich in keinem fall unterschreiben! wenn solche toastbrot-hirne ihr sexualleben im tv ausplaudern möchten, dann finde ich persönlich nicht dass das etwas von einem gutmenschen hat, sondern denke „schenkt dem mann ein gehirn“ und schalte ab…
mein letztes fremdschäm- erlebnis: „elton vs. simon: wer hat das bessere sperma?“ ich musste es gott sei dank nicht sehen, aber alleine die idee bereitet mir übelkeit und zeigt mir, dass es auch wenn das niveau schon gaanz weit unten ist, es immer noche ein stückchen flacher geht… *würg*
|
| Antwort von Stefan am 07.06.2005 um 17:36 Uhr: |
|
|
Nichts läge mir ferner, TalkShowGäste als „Gutmenschen“ darzustellen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass die Mehrzahl von ihnen nicht die leiseste Vorstellung hat, in wessen Hände sie sich begeben, wenn sie im Fernsehen auftreten. TalkShowGäste pflegen keinen ironischen Umgang mit dem Medium, deshalb wird das Medium sie auch ausnutzen, wie es Sonya Kraus zum Beispiel auf unsägliche Art tut. Anstatt diese Leute vor sich selbst zu schützen, werden sie von denen ins Rampenlicht gestellt, die genau wissen, wie der Fernsehzuschauer Talkshows rezipiert. Ist natürlich ein alter Hut, aber wer einmal „Vera am Mittag“ gesehen hat, weiß, dass man nicht oft genug kotzen kann. Und sei es nur verbal.
Und tatsächlich ist Simon Gosejohann beim Fremdschämen ganz weit vorne.
|
| Herrman_vonderheide schrieb am 20.05.2005 um 12:54 Uhr: |
|
|
Das Wort Fremdschämen ist super! Und der Artikel trifft es auf den Punkt. Aber diese Weg- Hinschaumentalität (Von der wir ja fast alle befallen sind), setzt sich in fast jedem Bereich des Lebens durch! Ist Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Besserung?
|
| K. Aki schrieb am 16.05.2005 um 17:20 Uhr: |
|
|
Ich möchte auf „mein neuer Freund“ zu sprechen kommen und behaupte das solche Sendungen noch die Creme der Creme der dt. Fernsehunterhaltung sind. Denn sie regen im Gegensatz zu Raabs „Ich profilier mich auf Kosten anderer“ die Rädchen im Kopf an, mal drüber nachzudenken, wie es ist, sich für ein paar lumpige Kröten seine Familie und Freunde zu belügen und bloßzustellen. Ich dachte mir nur „Ihr billigen Nutten“ Für was? für was macht ihr das? ein schönes Bild der Gesellschaft gibt das ab, wo anscheinend ausser dem Geld sonst gar nix mehr regiert. Danke Ulmen! Leider macht sich nicht jeder Gedanken darüber, man kann es auf einer anderen Ebene einfach nur als unterhaltende Comedy sehen.
|
| Jens Roth schrieb am 08.04.2005 um 10:28 Uhr: |
|
|
Sehr geehrte Vorredner,
ich muss Ihnen durchaus zustimmen, was die herablassende Wirkung eines Herrn Gottschalk angeht. Mit den immer wieder gleichen Sprüchen lauert er auf Situationen und Gelegenheiten, diese an den Mann und die Frau zu bringen. Da ist es gerade zu eine Wonne, wenn ein Götz George in der Sendung auf den Punkt bringt: „Laber nicht so viel Thomas, wir sind hier über meine neuen Film zu sprechen!“ Treffer, versenkt! Da konnte man sehen (oder besser: nicht sehen) wie schlagfertig ein Herr Gottschalk ist, wenn es mal nicht um das Austeilen geht. Dennoch möchte ich Ihnen, lieber Vorredner in einem Punkt widersprechen: Wenn man sich wie ich mangels eigener Erlebnisse aufgrund fehlenden Alters mit den Biographien alter Großmeister deutscher TV-Unterhaltung beschäftigt, so kommt man gerade bei einem Herrn Frankenfeld unweigerlich an einen besonderen Punkt: Für ihn waren die meisten seiner Gäste nichts weiter als Statisten um ihn in seiner Hauptrolle zu unterstützen. Wenn man mit diesem Wissen einige seiner Sendungen anschaut, so wird dieses Gefühl auch bestärkt, er wirkte oft leicht herablassend und manchmal richtig angenervt davon, dass er sich mit dem „gemeinen Pöbel“ vor die Kamera stellen musste, um irgendwelche Spielchen zu spielen. Nur die Tatsache, dass er der Chef im Sendering war, ließ ihn wieder zur Höchstform auflaufen.
Aber zum Thema „Wetten, dass…?“ sei ein letzte Frage erlaubt: Wann sind die Wetteinsätze der Buchvorstellenden, Filmpromotenden und Albumverkaufenden Gäste wieder das, was sie mal waren? Ich will keinen Armin Rohde sehen, der nackt durch's Bild flitzt, ich will größen wie Karl-Heinz Böhm sehen, die nach verlorenem Wetteinsatz von jedem im Publikum Geld sammeln für gute Zwecke und damit den Grundstein für eine Hilfsorganisation legen („Menschen für Menschen“), ich will nicht sehen wie eine Verona (Feldbusch) Poth ihre gelifteten Titten auf einem Bein hüpfend in Bewegung bringt, nein, ich will sehen das sie wie einst Hannelore […]
|
| Horst Kehrig schrieb am 03.04.2005 um 11:52 Uhr: |
|
|
Stefan Petermann hat hier etwas angesprochen, das sich schon seit Jahren ankündigt und dem immer mehr Moderatoren verfallen. Beispiel Wetten dass …! Zu Zeiten von Frank Elstner waren die Wetten auch nicht immer spektakulär, aber die Gäste waren hochkarätig und die Art und Weise, wie Elstner mit ihnen umging hatte Stil und stellte den Gast in den Mittelpunkt. Über Lippert als Nachfolger braucht man nicht reden, der war just not acceptable. Gottschalk verfiel sehr schnell in diese „Selbstdarstellung“. Schon nach 2 Sendungen haben meine Frau und ich über die Respektlosigkeit, die dieser Lackaffe den Gästen gegenüber an den Tag legte, gewettert und dann aber auch die Konsequenz daraus gezogen: Wir haben die Sendung nicht mehr eingeschaltet! Allerdings haben wir uns damit gegen den Trend bewegt. Sendungen wie die von Harald Schmidt, oder (noch viel schlimmer) von Stefan Raab basieren doch nur auf dem Profilieren des Typen mit dem Mikro in der Hand (Moderator darf man die gar nicht nennen) auf Kosten anderer. Nicht das Thema oder der Gast, sondern der „Moderator“ steht im Mittelpunkt. Dabei zeichnet sich ein guter Moderator doch dadurch aus, dass er sich selbst zurück nimmt. Aber wie reagiert das Publikum? Es schaltet die Sendungen ein, Kritiker verleihen diesem selbstverliebten Raab auch noch den Grimme-Preis und die Zuschauer stimmen für zwei Echo-Trophäen. Angesteckt von diesen „Erfolgen“ driften dann sogar vermeintlich gute Moderatoren wie Günter Jauch immer mehr in diese Richtung. Wie der sich in dieser Woche gegenüber einigen Kandidaten aufgeführt hat, zeugt davon, dass er die Show inzwischen als Produktionsfläche für sich selbst empfindet. Ich kann mich nicht erinnern, dass Show-Größen wie Kulemkampff, Frankenfeld oder Rosendahl sich so selbst vergessen und über den Kandidaten erhoben hätten. Das hat sich nicht mal Toelke erlaubt. Also Publikum, entweder Ihr nutzt Eure Macht und weist per Fernbedienung diese Gangart in die Schranken, oder Ihr verdummt gemeinsam […]
|

|