JUSTmag - morgen werden wir erwachsen... StartseiteSucheFreundeTeamNewsletterGästebuch
Mando Diao - Hurricane Bar

Was ist denn hier los?

Band Mando Diao
Album Hurricane Bar
Plattenfirma EMI
Bewertung 7 von 9 Punkten

Wenn Musik gut finden etwas mit Vernunft zu tun hätte, wäre Mando Diaos Debütalbum Bring 'Em In der Ladenhüter des Jahres 2004 geworden. Bekanntlich kam es ganz anders. Es ist eben — zum Glück — nicht so, dass man denkt: „Plagiat! Alles geklaut, will ich nicht hören“, sondern: „Wow, das geht ab!“ oder so ähnlich. Wer sich bei den besten Bands der 60er bedient, kann ja gar nicht schlecht klingen. Richtig, mit Genialität hatte das wenig zu tun, aber wer wollte angesichts solcher Brecher wie Sheepdog schon den Spielverderber markieren?

Auch Hurricane Bar, der Nachfolger, macht zunächst keine Anstalten, vom Erfolgsrezept abzurücken, und haut erstmal drei Garagenrotzpunk-Songs raus, als hätte es die Sonics nie gegeben. „Wer zu langsam Fahrrad fährt, kippt irgendwann um, vor allem, wenn er nicht wirklich Fahrrad fahren kann“, dürften Spötter an dieser Stelle wieder sinngemäß anmerken. Doch dann passiert das, was niemand vermutete hätte: Mando Diao nehmen sich plötzlich Zeit, klingen viel überlegter, beziehungsweise reifer, um es mit einem wirklich furchtbaren Begriff zu beschreiben. Deshalb ist You Can't Steal My Love der beste Song ihrer Karriere. Fünfeinhalb Minuten mit allem, was ein großes Lied braucht: Tempiwechsel, Klavier, Gitarrensolo, ruhige Passagen. Und im hymnischen Finale schreit Sänger Björn Dixgård den erlösenden Satz in die Welt: „Honey, I love you.“

Fast scheint es, als sei der Beginn von Hurricane Bar nur ein Zugeständnis an Plattenfirma und alte Fans gewesen, denn so richtig laut wird das Quartett eigentlich nicht mehr. Das geht in Songs wie Annie's Angle und If I Leave You noch einigermaßen in die Hose, als sie dann aber in Ringing Bells zum ersten Mal zur Akustikgitarre greifen und reinsten Pop spielen, steht fest, dass die Schweden (fast) alles richtig gemacht haben. Denn was dann noch kommt, sind famose Refrains zwischen Stadionrock und Melancholie, ergreifend und endlich mal nicht nur geradeaus rockend. Oasis sollten es sich gut überlegen, ob sie überhaupt noch ein Album herausbringen wollen.

Fazit: Das Altbewährte überzeugt, das Neue überrascht. Mando Diao beweisen mit Hurricane Bar, dass sich auch schwedische Rockbands weiterentwickeln können.

Sebastian Dalkowski


Kommentare



nadine schrieb am 29.11.2005 um 16:02 Uhr:

okay, das war geil -_____- anschießen… sicher *batsch* meinte anschLießen… aber klang auch gut… *peng*


nadine schrieb am 29.11.2005 um 16:01 Uhr:

kann mich nur anschießen, ober-geiles album!!! die songs sind durchweg super und der wechselgesang von björn und gustaf bei „god knows“… mir fehlen die worte^^ HAMMER!!! neben rockigen songs auch schöne langsame sachen „all my senses“ ist wirklich wunderschön, auch wenn es nicht an „mister moon“ heranreicht…
WO BLEIBT DAS 3. ALBUM??? schneller… bitte


Keks schrieb am 05.08.2005 um 22:46 Uhr:

äääh… ich meine Hara-Kee-Rees! Sorry… ;) Keksi *kuss*


Keks schrieb am 05.08.2005 um 22:32 Uhr:

Ich finde Mando Diao einfach nur geil! :D Deren Musik macht einfach nur glücklich! :) und der Tip mit den Kara-Kee-Rees is auch echt gut, danke!!! :) bye Keksi *kuss*


Sheepdog schrieb am 01.07.2005 um 20:36 Uhr:

Ich finde dass das zweite Album „Hurricane Bar“ genauso gut und rockig ist wie das erste. Meiner Meinung nach sind die Jungs uahc nicht ruhiger oder sowas geworden.. nur es sind ein paar ruhige Songs dabei wie es aber bei „bring em in“auch ist , wie zum Beispeil „Mr. Moon“
Aber im Großemn und Ganzen kann man dem Sebastian doch Recht geben.. =)


supi schrieb am 17.05.2005 um 11:34 Uhr:

ich find das album einfach nur schön (fieser ausdruck, könnte man meinen, aber ich sag dies mit respekt!)

absolut empfehlenswert. super artikel übrigens!


Kesselino schrieb am 25.02.2005 um 02:25 Uhr:

Sebastian trifft die Entwicklung der Band genau. Ich würde mir wünschen das sie nemnäxt wieder mehr „up the bracket“ gehen, aber das ist Geschmackssache, und zugänglich sind beide Alben ja auf jeden Fall. Wer übrigens auf den Sound steht sollte vielleicht mal THE HARA-KEE-REES aus- oder anchecken, die kann ich nur empfehlen.

eMail: sabberndeswrack@yahoo.de

XML (RSS/RDF)