 Mad World.
| Autor |
David Foster Wallace |
| Titel |
Der Besen im System |
| Verlag |
KiWi |
| Seiten |
623 |
| Bewertung |
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Der Besen im System ist der erste Roman des amerikanischen Wunderschreibers David Foster Wallace, dessen umfangreiches Debüt nach langer, langer Wartezeit endlich ins Deutsche übersetzt wurde. Nach der zum Brüllen komischen und auch erfolgreichen Luxuskreuzfahrtreportage Schrecklich amüsant — aber in Zukunft ohne mich wird Der Besen im System wohl nicht das einzige Werk bleiben, dem die Ehre zuteil wird über die Grenzen der USA hinaus veröffentlicht zu werden, wo der Kalifornier bereits seit längerem als feste Größe in der Literaturszene gehandelt wird.
Zur Romanhandlung: Lenore Beadsman, Erbin eines Babynahrungsimperiums besucht ihre Großmutter, die ebenfalls Lenore Beadsman heißt, im Altersheim und stellt entsetzt fest, dass diese sich zusammen mit weiteren Bewohnern der Einrichtung aus dem Staub gemacht hat. Bestürzt kehrt Leonore in ihre Heimatstadt zurück, die den Umrissen von Jane Mansfield nachempfunden wurde, um sich bei ihrem Freund und Arbeitgeber Rat zu holen. Rick ist ein erfolgloser Verlagsbesitzer, der bis dato noch kein einziges beschriebenes Blatt Papier veröffentlicht hat, im Gegensatz dazu aber ein hervorragender Geschichtenerzähler ist, womit er Lenore stets zu beeindrucken versucht, sonst geht bei ihm nämlich nicht viel — sowohl im Verlag als auch im Bett. Seine mangelnde Männlichkeit versucht er mit Besuchen bei einem verrückten Psychiater, der ständig irgendwelche Durchbrüche riecht und auch sonst nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, in den Griff zu bekommen. Pikanterweise ist es der selbe, den Lenore konsultiert um ihre komplexe Familiengeschichte aufzuarbeiten. Ansonsten handelt der Roman noch von einem übergewichtigen Mann, der die Welt mit seinem Fett füllen will und einem sprechenden Nymphensittich, der zum Star eines fanatischen Religionlokalsenders aufsteigt.
Klingt verwirrend? Ist es auch. Nach all den Irrungen und Wirrungen, die der Roman für den überforderten Leser parat hält, hätte das abrupte Ende ruhig etwas kohärenter ausfallen können, sofern hier überhaupt von einem richtigen Schluss gesprochen werden kann.
Fazit: Absurde Geschichte mit Höhen und Tiefen, die einen zwiegespaltenen Eindruck hinterlässt. Natürlich ist David Foster Wallace ein Könner seines Fachs, dennoch überzeugt der Der Besen im System nicht auf ganzer Linie.
Katja Peglow
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