 Die Leiden des jungen P.
| Autor |
Dana Bönisch |
| Titel |
Rocktage |
| Verlag |
KiWi |
| Seiten |
158 |
| Bewertung |
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Puck liebt Gwen. Doch diese liebt einen anderen. Sie studiert Kunstgeschichte, trägt eingelaufene Jimmy Eat World T- Shirts und hat die unergründlichsten „Placebo- Augen“, die Puck je in seinem Leben gesehen hat. Er darf sich neben seiner Rolle als verschmähter Liebhaber außerdem noch mitteloser Student und erfolglose Aushilfe bei einem Kölner Stadtmagazin in Dana Bönischs (die übrigens auch Kunstgeschichte studiert und in Köln wohnt) erstem Roman nennen.
Puck bezeichnet die guten Tage, jene an denen er sich lebendig fühlt, Rocktage. Die Schlechten sind solche an denen ihm seine Mutter verkündet, dass sie mit ihrem neuen Lebensabschnittspartner auf Weltreise geht- sogenannte Gummispülhandschuhtage. Oder an denen er zum Beispiel seinen Job verliert oder feststellt dass seine besten Freunde ausschließlich im Terrarium (Laubfrösche) leben oder aber erfährt, dass seine Traumfrau bereits vergeben ist…
Klassischer Stoff also, aus dem auch die ARD Vorabendserien für die jüngere Zielgruppe strickt. Und selbst die von der Autorin penetrant gedroppten Bands im Roman (Placebo, Radiohead, Weezer. Sportfreunde Stiller und immer wieder Ash) könnten 1:1 zur musikalische Untermalung solcher um Authentizität ringenden Jugendserien übernommen werden (natürlich nur die Smash- Hits). Leider. Denn genau in diesen Momenten verkommt Rocktage zur Plattform aktueller Lieblingsbands der Autorin. Der peinliche Höhepunkt ist spätestens dann erreicht, wenn der abgewiesene Verehrer auf dem Bizarre — Festival zufällig ein V.I.P.- Bändchen findet und dadurch backstage, selbstredend, den Britpoppern von Ash in die Arme läuft… da werden doch (Mädchen)träume wahr!
Dabei schielt die tragische Liebesgeschichte um Puck und Gwen doch zu den ganz Großen. Kein Geringerer als Goethes „Werther“ stand für das Debüt der 21-Jährigen Pate, die ihren Protagonisten „manchmal mit einem Typ namens Goethe in der U- Bahn“ fahren lässt. Puck soll also den modernen Werther verkörpern. Beanstandenswert ist das nicht, aber eben auch nicht besonders gelungen. Weiterer Kritikpunkt: Die zum Teil affektierte Sprache (man beachte die inflationäre Verwendung der Begriffe Nanosekunden und Placebo- Augen). Da. Wollte. Sich. Wohl. Jemand. Interessant. Machen. Schade, dass Jungautoren noch lange kein Garant für gelungene Jugendbücher sind.
Fazit: Kein Rocktag. Höchstens ein sentimentaler Kuschelrock- Sonntagnachmittag, den man besser damit verbringen kann, die im Buch erwähnten Bands zu hören, als eben dieses zu lesen.
Katja Peglow
Kommentare
| Norei schrieb am 20.10.2008 um 13:30 Uhr: |
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Naja gut…wenn man natürlich auf „Malcolm, mitten drin“ steht, kann ich das natürlich verstehen, dass manche Metaphern etwas kompliziert sind…
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| Norei schrieb am 20.10.2008 um 13:28 Uhr: |
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Lächerlich, dass manche Menschen nur dann glücklich sind, wenn sie etwas niedermachen können, was vielleicht etwas anders ist…Und Dana Bönischs Sprache ist anders, sie spielt mit Worten, Metaphern und tanzt förmlich durch die Seiten…Wunderbar! Tja, allerdings sind scheinbar manche Menschen (entschuldigt die Wiederholung, aber man muss ja eine einfache Sprache wählen, damit man sich. nicht. wichtig. macht.!)nicht fähig zwischen den Zeilen zu lesen und Sprache zu fühlen… Schade.
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| happy hour-girl schrieb am 10.10.2008 um 13:27 Uhr: |
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das einzige was ich nciht verstehe ist WARUM puck sich so verhällt??? WARUM sieht er die welt durch eine Mattscheiben?? WArum spürt er die welt nciht?? WArum denkt er so?? WAS hat ihn dazu gebracht?? hat jeamnd eine idee???
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| Aniella schrieb am 14.04.2008 um 19:22 Uhr: |
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Also ich finde dass es Dana Bönisch sehr wohl gelungen ist die Thematik des von Goethe verfassten „Die Leiden des jungen Werther“ aufzugreifen. Mir persönlich hat der Roman auch sehr gut gefallen, schon von Anfang an war ich irgendwie mitten im Geschehen, da man sich besonders gut in Puck hineinversetzen kann. Wie gesagt, obwohl ich mich eher für spannende Bücher interessiere, hat Rocktage bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich werde das Buch jedem weiterempfehlen!!!
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| RuSsiAn_PSyCho schrieb am 30.03.2008 um 12:58 Uhr: |
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alder das buch is sowas von beschissen und brutal kompliziert leider musste ich es lesen für ein referat…zum glück habe ich ein fertigreferat gefunden xD also meine meinung: lest was besseres aber nicht so einen dreck xD
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| Aelian schrieb am 24.03.2008 um 20:44 Uhr: |
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Wie liebe ich doch diesen Schreibstil. Wie habe ich doch gezittert, als Puck das Meer auslacht. Wie. Liebe. Ich. Doch. Diesen. Schreibstil. Ich war zwar zu dem Zeitpunkt an einem anderen Buch (3 Band des Clan der Otori), hatte es allerdings nach den ersten Sätzen in Rocktage zur Seite gelegt. Rocktage ging vor, Rocktage wirkte allein durch den Schreibstil eine unheimliche Faszination aus. Alles Kulisse. Wahnsinnig deprimierend, verstörend, genial. Gefühlsecht. Ich konnte es nachvollziehen und für gewöhnlich bin ich ein lebensfroher Mensch. Und ein kritischer. Diese Geschichte hätte nicht anders geschrieben werden dürfen. Ich würde kein Wort ändern, keine Szene anders darstellen, keiner Beschreibung ihren Wert rauben wollen. Gut, es ist gefühlsvoll, aber was sind es nicht Gefühle, die in einem vorgehen sollten? Besonders, wenn man sich auf das Wesen eines Buches einlässt, sollte man nicht steif auf massenorientiertes Verhalten achten. Unrealistisch? Nein. Übertrieben? Nein. Dieses Buch muss man lesen und spüren. Auch, wenn es nur Kulisse ist. ;-)
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| grille schrieb am 02.08.2006 um 13:33 Uhr: |
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Ich habe das Buch Rocktage in einem Zug gelesen und habe noch nie (außer vielleicht ansatzweise bei Hesse) ein Werk gelesen, das so right into the face smasht. Ich kann zwar durchaus verstehen, dass es für manche Menschen, die sich so ein Leben mit unzähligen „Gummihandschuhspültagen“ nicht vorstellen können und die's dann halt der Eifachkeit halber und aus einer rein lethargen Haltung heraus als „Kuschelrock“ abwerten, nicht greifbar ist… ABER interessanter Weise hab' ich die Erfahrung gemacht, dass diese besagten KritikerInnen, dann aber Ash und Radiohead und… gut finden. Und ganz ehrlich, worum geht's bei „Creep“?
Genau um so einen Typen wie Puck. „I wish I was special but I'm a creep!“ (Radiohead findet halt jeder wieder aus massentechnischen Gründen gut. Gute Mucke, um sich irgendwie von der Masse abzuheben und trotzdem wieder zu einer nächsten zu gehören!!)
Ja, genau das ist dieser Puck. Ein rundum perfektes Depri-Packet, was in der realen Welt sicher nicht so perfekt ist wie Dana Bönisch es darstellt, aber es ist sicher nicht (und das ist für alle Lesenden wichtig) ein erfundener Typ, der in die Klappse gehört, sondern einer mit dem wir an unseren „eher durchschnittlichen“ Tagen konfrontiert sind. Welchen Tag ein Mensch gerade hat, kann niemand wissen außer er/sie selbst.
Und ich weiß, dass ich ganz sicher schon schwere hatte, an denen ich Radiohead gehorcht hab und einfach im Bett geblieben bin. Also bitte nicht immer gleich platt sagen — wow, da geht's um Gefühle — das is ja ne old school sache so zu schreiben!!
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| Spacko schrieb am 22.08.2005 um 12:11 Uhr: |
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Ash ist kein Britpop.
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| Vilma schrieb am 04.08.2005 um 13:17 Uhr: |
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Ich mag das Buch. Ich habe es zwar erst einmal öfters zur Seite gelegt und manchmal hat mich ie überzogene Sprache genervt, aber ich verneige mich vor dem Können der Autorin. Diesen Puck, der vielleicht für einige Leser ein wenig übertrieben daherkommt, den gibt es. Er hat von Anfang nur noch sehr wenig Halt. Er ist in einer Krise. Dann verreist seine Mutter- sicher eine seiner Bezugspersonen- und er verliebt sich unglücklich. Aber anstatt sich abzulenken mit Freunden, verstößt er diese Freunde. Er leidet und er möchte sich spüren, richtig leben. Er liefert sich der Freiheit aus- mit einer Ausnahme: Gwen. Da Gwen sich jedoch nicht an ihn gebunden fühlt, ist er letztlich ohne Halt und frei und genau das, das erträgt kaum ein Mensch.
Ich bin begeistert.
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| mary schrieb am 03.06.2005 um 17:50 Uhr: |
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Ich finde es irgendwie schade, wie in der Rezension über den Roman hergezogen wird. Mir hat er von Anfang an gut gefallen. Es ist einfach ein Buch, das sich von den anderen heraushebt (von mir positiv gemeint).Gerade die Metaphern mit Bezug auf für Jugendliche alltägliche Dinge, neue Wortkonstruktionen, das teilweise vorkommende Spiel mit Sprache und Syntax machen es zu einem interessanten Werk, das genug Ansätze für Interpreationen bietet. Originell finde ich z.B. die Rolle und Bedeutung der Frösche oder die Darstellung der Welt als bloße Kulisse. In Puck finden wir obendrauf einen bemitleidenswerten, erbärmlichen Charakter, der hier wirklich gut dargestellt wird.
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| schnabak schrieb am 12.05.2005 um 19:46 Uhr: |
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Ich stimm der Rezensentin vollkommen zu. Das Buch ist tröge von der immergleichen, deprimierenden Stimmung durchzogen. *gähn* Da ist das Leben interessanter und den Soundtrack kann ich mir auch selbst aussuchen, vielleicht nicht ganz so viel Herzschmerzdeprisoftrock. Wer darauf aber steht, der wird das Buch auch super finden.
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| alice schrieb am 27.04.2005 um 14:53 Uhr: |
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Find ich auch. Ich erkenn viele Kleinigkeiten wieder die ich auch mache (z.B. letzte Sätze von büchern lesen, oder auch die ganzen bands die vorkommen mag ich auch) ich finde, das buch is ganz toll geschrieben. es war das erste, bei dem ich nicht wollte dass es aufhört und ich hab das ende dann noch 3 mal gelesen.
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| teresa schrieb am 25.04.2005 um 20:32 Uhr: |
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also ich bin der meinung, dass das eines der besten bücher ist die seit langem gelesen habe, man konnte sich wunderbar in die welt von puck hinein versetzen. und das viele gute bands vorkommen fand ich, nicht wie in der kritik geschrieben wurde schlecht, sondern gut. ich kann die kritik überhaupt nicht ganz vertstehen, ich würde dieses buch allen mit gutem musik geschmack empfehlen…
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