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Platte des Monats in Ausgabe 10/2009
Dizzee Rascal - Tongue N’Cheek

Willkommen im Club.

Band Dizzee Rascal
Album Tongue N’Cheek
Plattenfirma Dirtee Stank/Universal
Bewertung 7 von 9 Punkten

Was ist eigentlich mit Dizzee Rascal los? Da veröffentlicht der Mercury Prize gekrönte Ausnahme-Rapper ein tolles Album nach dem anderen, die zwar allesamt für einen Indieact mehr als okay charten, zum Hitlieferanten mutiert der Brite aber erst mit seinem soeben veröffentlichten vierten Album Tongue N'Cheek. Und geht dafür dann aber so richtig in die Vollen. Nach den Hitsingles Dance Wif Me, Bonkers knackt der MC mit Holiday bereits zum dritten Mal in Folge die Pole Position auf der Insel. Wen wundert's, dass der erste gedroppte Satz auf Rascals neuem Werk Everyday I Wake Up Is a Daydream lautet. Folgerichtiger könnte das neue Album eines Künstlers, der so erfolgreich ist wie nie zuvor, gar nicht beginnen. Willkommen im Mainstream, Junge!

Dass er sich dort pudelwohl fühlt, betont der nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens aufgewachsene 24-jährige MC, in Interviews zu seinem neuen Album deshalb auch nur allzu gerne. Dizzee Rascal ist jetzt Popstar mit allem drum und dran und kann es sich zurzeit auch einfach erlauben Goldie als Türsteher für sein neues Video zu verpflichten, in dem er sich seinen perfekten Urlaub imaginiert…

Raus aus der Ecke und rein in Charts lautet deshalb die Devise. Grime war gestern und Dylan Mills, wie der gebürtige East Londoner in Wirklichkeit heißt, ist längst nicht mehr der Boy In Da Corner, der er früher war einmal. Davon zeugen nicht nur aktuell hohe Chartplatzierungen und lukrative Ausflüge als Werbefigur für einen bekannten Turnschuhhersteller (für den der umtriebige Brite eigens einen schicken Treter entworfen hat) sondern auch die Zusammenarbeit mit Calvin 'I Created Disco' Harris. Dieser zeichnet sich nicht nur für den neuen Discosound auf zwei von Rascals Hitsingles verantwortlich, sondern ließ es sich auch nicht nehmen im — O-Ton Harris — „schlechtesten Video der Welt“ selbst mitzuspielen. Wie hüftsteif der megaerfolgreiche Dance-Produzent dort den Barkeeper gibt ist schon ein Fall für sich und unterstreicht die Frage nach dem unaufhaltsamen Aufstieg des Dizzee Rascal höchstens nur noch.

Fazit: Wem Dizzee Rascals lupenreiner Partyhiphop sauer aufstößt, sollte sich nur mal zwei Sekunden lang an solche Ergüsse wie 50 Cents In Da Club erinnern und seine Meinung zu Tongue N'Cheek nochmals gründlich überdenken. Oder um den Meister himself noch ein letztes Mal sinngemäß zu zitieren: Holt Eure Goldkettchen raus und Dance Wif Me!

Katja Peglow

Tourdates

13.11. Hamburg — Übel & Gefährlich
14.11. Berlin — Astra
17.11. Köln — Stollwerck
18.11. München — Backstage
19.11. Stuttgart — Zapata



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