 Don´t Steal Our Sun
| Band |
The Thrills |
| Ort |
Gebäude 9, Köln |
| Datum |
05.12.2007 |
|
Die Thrills sind bereits seit 2003 die Band, die für die kleinen Glücksmomente zuständig ist. Nette kleine Songs, die den Alltag versüßen gibt es von dem Dubliner Quartett inzwischen en masse. An diesem kalten Dienstag-Abend stellt sich das Quintett den deutschen Zuschauern, um zu beweisen, dass die Stücke der drei Platten auch im Kollektiv wirken. So gibt es im kleinen Ambiente des halb gefüllten Gebäude 9 Songs wie The Midnight Choir oder den persönlichen Liebling des Jahres Nothing Changes Around Here zu Hören.
Hier und da gehen beim Refrain oder einfach so befreiend Arme in die Höhe oder Menschen springen wie Bälle leicht auf. Das ist ausnahmensweise mal nicht peinlich und scheinbar ein unkontrollierbarer Reflex. Wie man es von einer Band erwartet, die mit Ihrem neuen Album auf Tour ist, gibt es zu großen Teilen die Teenager-Stücke zu hören. Songs wie I´m So Sorry sitzen sicher und kommen bei den Zuschauern gut an.
Gemischt wird dies natürlich mit Klassikern wie Santa Cruz oder Big Sur. Und immer wieder ist da so viel Glückglückglück in den Gesichern der Zuschauer, die im Alltag so oft trübe und deprimiert vor sich hin blicken. Das sollte man fotografieren und hier anstelle dieses drögen Artikels einpflegen. Das würde alles aussagen.
Der charismatische Thrills-Sänger Conor Deasy hat an diesem Abend im Gebäude 9 die Zuschauer in seiner Hand. Er trägt die Stücke mit seiner prägnanten Stimme vor und erzählt Geschichten aus der Jugend. Geschichten von gebrochenen Herzen und Nasen, die die Musiker noch sympathischer und menschlicher erscheinen lassen. Am Ende kommt auch das famose Whatever Happened To Corey Haim zum Einsatz, das 2005 das mittelmäßige Album Let´s Bottle Bohemia rettete und an dieser Stelle den überaus netten Konzertabend abrundet.
Beim Verlassen des Gebäude 9 ist man verstört. Kulturschock nach der vielen Sonne im Herzen. Statt Santa Cruz gibt es hier das trübe Köln Deutz. Den Dönerladen an der Ecke, die grauen Straßen, die Brücke und das grelle Licht der Tankstelle. Im Flügelschlag der Musik, die noch immer nachhallt, ist das jedoch völlig wurscht.
Sebastian Jegorow
|