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Phon°noir - The Objects Don´t Need Us

Mensch-Maschine

Band Phon°noir
Album The Objects Don´t Need Us
Plattenfirma SubRosa Records
Bewertung 7 von 9 Punkten

Matthias Grübel alias Phon°noir macht Popmusik der etwas subtileren Art. Der Berliner mischt seine Songs mit Elektrobeats und Spielereien, die einen an die Weilheimer-Fraktion, den zauberhafte Minimalismus einiger Netlabel-Künstler oder längst vergessene Großtaten von Projekten wie Loewenhardt oder Wauvenfold erinnern. Folktronica nannte man so etwas, als der Begriff noch nicht dermaßen ausgelutscht war. Heute übergeht man die Genre-Zuweisung schlicht.

Wie kleine Kreisel schickt Matthias Grübel das Getucker auf Reisen und bestaunt daraufhin das mehr oder wenige fröhliche Eigenleben. Beim Vorgänger Putting Holes Into October Skies erinnerte der Gesang einen noch desöfteren an Arab Strap (RIP). Diesmal ist es eher ein düsteres Flüstern, das wie eine warme Decke über die Spielereien gelegt wird und die Aufmerksamkeit des Rezipienten auf sich lenkt. Dadurch wirkt die Platte etwas schläfriger als ihr Vorgänger. Dies sollte jedoch nicht als Langeweile gedeutet werden, denn die 60 Minuten The Objects Don´t Need Us bringen viel Abwechslung mit sich. Gäste wie Marie-Sophie Kanske oder Anna-Lyne Williams verleihen dem Sound mehr Facetten.

Es sind immer wieder kleine Momente, die diese Platte über sich hinauswachsen lassen. Die clever arrangierten Beats, die bei Invisible At Last im Tempo variieren. Das Zusammenspiel von Akustikgitarre und Elektroelementen bei Sing Through The Wires oder das wundervolle Titelstück, dass sich als Instrumental entpuppt. Der Mensch und seine Maschine kommen hier beide zum Einsatz. Und im Gegensatz zu vielen anderen Projekten, wird hier scheinbar keine der beiden Seiten unterdrückt. Das Ergebnis klingt experimentell, teils sonderbar und überaus gut.

Fazit: The objects do need us. And we need them.

Sebastian Jegorow



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