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Petsch Moser - Die Stellen

Die mit dem komischen Namen.

Band Petsch Moser
Album Die Stellen
Plattenfirma Masterplan Records
Bewertung 5 von 9 Punkten

Petsch Moser ist ein Quartett aus Wien, hierzulande noch fast gänzlich unbekannt errangen sie 2002 als Support der Sportfreunde Stiller ein wenig an Popularität in Deutschland. Dabei existiert die Band schon beinahe eine ganze Dekade lang und Die Stellen ist in Österreich bereits ihr dritter Longplayer, zählt man das erste im Eigenvertrieb heraus gebrachte Bitte Sweet Me mit. Nach einigen Besetzungswechseln hat die Band um die beiden Gründungsmitglieder Christian Stangl und Andreas Remenyi mittlerweile wohl zu ihrer endgültigen Stammformation gefunden. Seitdem wird in Indie-Pop-Kreisen bereits seit graumer Zeit gemunkelt, dass in Österreich eine Band am Start sei, die sich anschickt Tomte Konkurrenz zu machen.

Natürlich würden Petsch Moser das wahrscheinlich nie von sich selber behaupten. Leider klingen sie aber so. Nach Tomte. Schlimmer noch: nach Tomte vor Hinter all diesen Fenstern. Das ist wohl auch der Grund, warum das Album bei mir irgendwie nicht so recht zünden will, weil die Kombination aus befindlichkeitsfixierten Lyrics, Power-Pop-Akkorden und Indie-Rock anderswo schonmal aufregender geklungen hat. Gerade im Zuge des Booms deutsch singender Bands hebt sich Die Stellen meiner Meinung nach nicht genug ab, das Album geht nie richtig in die Tiefe (was eventuell auch an der recht dünnen Stimme des Sängers liegen könnte) und auch textemäßig hätte es ruhig ein wenig gewagter zur Sache gehen können. Schon klar, dass die Band dieses Mal über „großes ganz banal“ singen wollte, aber im Gegensatz zu zum Beispiel Tomte (ok, an dieser Stelle zum letzten Mal der Verweis auf die Grand Hotel Van Cleef — Darlings aus dem Norden) mangelt es hier einfach an großen Sätzen, die man sich auf das T-Shirt drucken lassen würde (und was bitteschön macht sonst gute Musik aus?!). Außerdem sind mir persönlich Petsch Mosers Texte noch eine Spur zu unpoetisch ausgefallen, um wirklich zu berühren „Wie ich mit ihm lachen kann und wann ergibt sich meistens ganz von selbst/ Da sieht er mich so nett und freundlich an und sagt heut machen wir nur was dir gefällt“ (Fehler). Steine erweicht man damit — zumindest bei mir — nicht. Und Herzen schon gar nicht.

Am Besten sind Petsch Moser ohnehin dann, wenn sie am wenigsten nach Hamburger Schule klingen wie in Vogelfrei und Liebeslied, zwei mitreißende Lieder, die es schaffen aus dem etwas trägen Rhythmus der Platte auszubrechen. Geht doch.

Fazit: Mag sein, dass Die Stellen ein persönliches Album ist, aber mir mangelt es hier ehrlich gesagt ein wenig an Persönlichkeit. Live mag das freilich alles ganz anders klingen.

Katja Peglow


Kommentare



isi schrieb am 31.10.2005 um 15:06 Uhr:

Ich liebe dieses Album und mich haben sie mit diesem wie auch mit den beiden anderen vollkommen überzeugt, aber jeder hat seine eigene Meinung nur da sieht man wieder mal dass die mehrheit der Menschheit einfach einen kathastophalen Geschmack hat. Viel Spaß weiterhin beim Robbie Williams hören!
=)


joi schrieb am 27.07.2005 um 14:39 Uhr:

was soll diese kritik da bitte??? ich finde die texte gut, endlich mal was tiefsinnigeres…, und wenn man darüber EIN BISSCHEN nachdenkt, dann kommt da schon irgendwie ein sinn, ich mein, die werden doch ned einfach nur IRGENDWAS hinschreiben, oder?????
ich hab sie zwar leider noch nie live gesehn, aber sie schaun irgendwie symphatiscch aus u sind (das ist mein eindruck) bestimmt nicht irgendwie überheblich oder arrogant!!!
und ich finds gut, dass sie sich mit ihrer musik durchkämpfen u nicht irgendwie mit werbung, slkandalen oda so was…
also ich find die band eibfach SEHR GUT!!!


doris schrieb am 07.05.2005 um 13:42 Uhr:

ich finde die kritik einfach zu hart.
das album ist wirklich sehr gut und die texte besonders. von wegen, sie bringen nichts zum erweichen! ich kann mir gut vorstellen, dass bei „autobahn“ oder „sie sagt“ so mancher den tränen nahe ist.


flori schrieb am 04.10.2004 um 12:18 Uhr:

ich finde die negative kritik auch sehr hart.

die texte sind tiefgründig, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, was man bei sehr vielen anderen bands nicht behaupten kann.

außerdem sind sie live immer ein garant für geniale stimmung.

leider ist das neue album die stellen ein bisschen zu unmelodisch und melancholisch für meinen geschmack, das muss ich ehrlich zugeben. ich mag da lieber die rockigeren sachen von den alten alben.

hab die auch schon mal getroffen am sonnenrot festival, kann nur sagen total die netten leute. wahrscheinlich zur zeit die beste österreichischen band, die sich auch vor den meisten deutschen nicht zu verstecken braucht.

mfg, flo

eMail: f.gann@facc.co.at

Jochen schrieb am 26.08.2004 um 17:59 Uhr:

Ich kann mich Lukas einfach nur anschließen — und das negative Fazit nur schwerlich nachvollziehen.

„Die Stellen“ sind dramaturgisch durchkomponiert wie kaum ein anderes Album. Jeder einzelne Song ist auf seine Weise bedeutsam — und die Songabfolge ist einfach nur genial — ein wohl durchdachtes Auf und Ab von großen Gefühlen. Was will man mehr?

Und T-Shirt-Sprüche find ich alleine in „Vogelfrei“ schon mehr als genug.

Aber trotzdem danke für die Besprechung,
Jochen

eMail: jochen@pemofans.de | Homepage: www.pemofans.de

Lukas schrieb am 26.08.2004 um 13:49 Uhr:

Ich finde diese Album wirklich gut
Natürlich gibt es immer unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker aber da hier hauptsächlich die Texte von Petsch Moser kritisiert wurden möchte ich hierzu noch etwas sagen.
Zitat:
„…das Album geht nie richtig in die Tiefe…“
„…textemäßig hätte es ruhig ein wenig gewagter zur Sache gehen können“

Ich finde gerade die Texte von Petsch Moser verdienen einen großen Pluspunkt.
Außerdem muss man bedenken das es bei einem Text oft nur um eins geht: Spricht mich dieser Text an, oder nicht.
Natürlich ist das nicht bei jedem Lied so.
„Liebeslied“ zb. zeigt auch das die Band durchaus Spaß beim schreiben ihre Texte hat.
„Sie sagt“ ist allerdings wieder ein ernstahafteres Lied mit einem Text den man (meiner meinung nach) nicht besser machen konnte…

(aus „Sie Sagt“)
„Wir sehen uns selten und wenn wir uns sehen ist es immer so schön als wär nie was geschehen, und wir spüren da ist mehr, doch berühren fällt so schwer, denn wir sind uns nach all dem was war, fast zu nah“

Da ich auch ein großer Tomte Fan bin muss ich gestehen das deren Texte manchmal auch wirklich für eine Gänsehaut sorgen…

(aus „Du bist den ganzen Weg gerannt“)
„Die Zeit versucht zu trösten, und die Liebe versucht zu bewahren, dass man weiß dass man drüber hinweg kommt, wie es früher einmal war“

[…]

Text wurde gekürzt. Vollen Eintrag anzeigen?
eMail: lukas.krummholz@chello.at


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